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In Kambodscha leben heute ca. 14,5 Mio. Menschen, die meisten von ihnen auf dem Land. Sie sind Bauern oder Fischer, die ihre Familie selbst versorgen und geringe Überschüsse verkaufen. Davon zu leben ist oft kaum möglich.
Bauer auf seinem ausgetrockneten Reisfeld
Viele hoffen in Phnom Penh auf eine bezahlte Arbeit und bessere Lebensbedingungen. Meist wird diese Hoffnung bitter enttäuscht.
So leben sie ohne Geld, ohne Strom und Wasser, unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engstem Raum in ärmlichen Siedlungen am Stadtrand.

Slum am Stadtrand von Phnom Penh
Ein Angestellter verdient im Durchschnitt etwa 35 US$ im Monat. Das ist ungefähr ein Viertel dessen, was eine Familie für Nahrung, Kleidung, Wohnung, also die menschlichen Grundbedürfnisse, benötigt.
So ist fast jedes Mittel recht, die Kassen aufzubessern: Bestechung, Prostitution, Kinderarbeit, Kinderhandel und die "Spende" (also der Verkauf) von Blut und Organen.
Zwei Dinge sind die Folge: blühende Korruption auf allen Ebenen und oft hohe Verschuldung.
Die Spirale der Armut dreht sich dadurch immer schneller.
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Es gibt keinerlei Sozialversicherung oder sonstiges öffentliches Fürsorgesystem. Alte Menschen, die keine Kinder oder andere Angehörige haben, finden teilweise ein kärgliches Auskommen in einem der buddhistischen Klöster des Landes.
Für Menschen, die z.B. durch eine Behinderung nicht arbeiten können, besteht oft im Betteln eine reale Überlebens-Chance. An Orten, die von vielen Touristen besucht werden, ist es sogar eine lukrative Einnahmequelle: In Siem Reap kann ein Bettler auf 25 US$ pro Tag kommen.
Beinamputierter Junge auf einem Markt in Phnom Penh
Das darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, daß die weitaus meisten Betroffenen ihr Dasein jenseits des Existenzminimums fristen.
Kambodscha wird jedes Jahr zur Monsunzeit von schweren Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht.
Diese Wassermassen verursachen Jahr für Jahr Katastrophen. 2002 wurden dadurch zum dritten Mal in Folge große Teile der Reisernte vernichtet. Mehr als 60 Ortschaften entlang des Mekong wurden allein in dem genannten Jahr weggespült, mehrere hundert Todesopfer waren zu beklagen.

Nur noch per Boot zu erreichen -
der Sinn der Pfahlbauweise wird hier deutlich
Diese Situation wird ad absurdum geführt, wenn man bedenkt, daß zwischendurch die Regenfälle fast gänzlich ausgeblieben und immer wieder viele Tausend Menschen von Dürre und Hunger bedroht sind.
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